Gemeinsam zu Gesundheit & Wohlbefinden


Schlagwort: TCM

  • Über mich

    Über mich

    Nachdem ich auf meiner Homepage schon einige Beiträge zu den Themen TCM, Gesundheit und Ernährung veröffentlicht habe, möchte ich mich nun einmal persönlich vorstellen.

    Mein Name ist Julia Ruby und ich bin am Ratzeburger See aufgewachsen. Für mein Medizinstudium bin ich nach Freiburg gezogen und habe dort 19 wunderbare Jahre verbracht. Im letzten Jahr habe ich dann meine „Freiburger“ Familie mit an den Ratzeburger See gebracht. Seither genießen wir das erfrischende Klima und die wunderschöne Natur um uns herum.

    2014 habe ich mein Medizinstudium abgeschlossen und anschließend an der Universität Hamburg promoviert. Meine ersten Berufsjahre habe ich als Assistenzärztin in der Radiologie in Karlsruhe und Villingen-Schwenningen absolviert. Berufsbegleitend habe ich dann „Traditionelle Chinesische Medizin“ im Masterstudiengang an der TU München studiert und 2020 mit meiner Masterarbeit „Soziokulturelle und diagnostische Einordnung von Essstörungen in der TCM sowie Behandlungsstrategien“ abgeschlossen. Zwischen 2020 und 2025 war ich als Privatärztin für TCM in Freiburg und Kirchzarten tätig.

    Nach unserem Umzug im letzten Jahr möchte ich mir nun hier am Ratzeburger See eine Privatpraxis für TCM aufbauen.

    Foto vom Ratzeburger See: TCM-Praxis Ruby: TCM-Ernährungsberatung, TCM-Ernährungstherapie
    J. Ruby

    Fragen & Antworten

    Warum habe ich mich für die TCM entschieden?

    Schon während des Studiums hatte ich Interesse an der TCM, habe damals aber zunächst den „klassischen“ Weg der Medizinerausbildung verfolgt. Während meiner Zeit als Assistenzärztin habe ich sehr schnell und deutlich gemerkt, dass ich mich nicht mit dem Arztberuf, so wie er aktuell zum Großteil ausgeübt wird, arrangieren kann und möchte. Für mich ist Selbstbestimmung sehr wichtig, so war es für mich kaum zu ertragen, ständig gegen meine Überzeugung arbeiten zu müssen und von äußeren Bedingungen wie schlechtem Zeitmanagement, ineffektiver Planung, mangelnder Ausbildung, bürokratischen Vorschriften und nicht wertschätzendem Miteinander unter den Kollegen bestimmt zu werden. Auch der Gedanke an das Patientenwohl und der Grundrespekt vor dem Patienten gingen in meinen Augen völlig unter.

    Ich habe nach Alternativen gesucht und 2017 den Masterstudiengang „Traditionelle Chinesische Medizin“ an der TU München entdeckt. Das jahrtausende alte Medizinwissen, die Systematik der TCM und der wohlwollende wertschätzende Umgang zwischen Dozenten und Kollegen begeisterten mich.

    Was überzeugt mich an der TCM?

    Für mich ist die TCM ein absolut logisches und in sich schlüssiges System, durch das sich die Entstehung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen gut erklären lässt und damit auch den Therapieansatz gleich mitliefert. Ob Akupunktur, Arzneimitteltherapie oder Ernährungstherapie, ob chinesische Heilkräuter oder Nahrungsmittel, allem liegt dasselbe System zugrunde, sodass die TCM eine unglaubliche Konsistenz in ihrer Vielfalt erhält.

    Mir gefällt der Gedanke sehr, dass im Zentrum der TCM die Gesundheit steht und nicht die Erkrankung. Es geht darum, schädigende Faktoren aus dem Körper zu entfernen und ihn so zu stabilisieren, dass er langfristig gesund bleibt.

    Für mich absolut nachvollziehbar und einleuchtend ist es, den Menschen, wie es die TCM vorgibt, ganzheitlich und individuell zu betrachten. Körper und Psyche lassen sich nicht trennen, Emotionen haben einen ganz entscheidenden Einfluss auf unser Befinden und unsere Gesundheit und wir stehen in einem steten Austausch mit unserer Umgebung. Jeder Mensch ist einzigartig und so gestaltet sich auch die Entwicklung von Krankheiten individuell, was wiederum einer individuellen Behandlung bedarf.

    Großartig an der TCM sind auch die Sanftheit und Natürlichkeit ihrer Methoden.

    Obstschale: TCM Ernährungsberatung, TCM Ernährungstherapie, individuell, ganzheitlich

    Warum habe ich den Schwerpunkt in meiner TCM-Praxis auf die Ernährungsberatung und -therapie gesetzt?

    Ich habe mich bereits in meiner Masterarbeit mit dem Thema Ernährung in der TCM befasst und mich in den letzten Monaten intensiv mit der TCM-Ernährungsberatung und -therapie auseinandergesetzt. Mir gefällt der Gedanke, dass sich mit etwas so Alltäglichem wie unserer Ernährung, also ohne großen Aufwand, nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden positiv beeinflussen lassen, sondern auch Erkrankungen (begleitend) behandelt werden können.

    Besonders hilfreich in der praktischen Umsetzung der TCM-Ernährungsberatung und -therapie finde ich dabei die Flexibilität, die eine individuelle Anpassung an Vorlieben, Abneigungen und den persönlichen Alltag so gut möglich macht, dass der Körper in kleinen Schritten von den Veränderungen in der Ernährung überzeugt werden kann und nicht sofort in den Widerstand tritt, wie es bei einer großen Ernährungsumstellung oft der Fall ist.

    Zudem habe ich selbst große Freude an einer vielfältigen Ernährung, ich koche sehr gerne und probiere unheimlich gerne Neues aus. In meiner Vergangenheit habe ich Erfahrungen mit Diäten, Essstörungen und emotionalem Essen gemacht, sodass ich mich sehr gut auf diesem Gebiet zurechtfinde.

    Ich möchte gerne vermitteln, wie gut wir unseren Körper über die Ernährung beeinflussen können und auch Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Erschöpfung und Energielosigkeit etwas entgegenzusetzen haben.

    Was ist mir wichtig am Arztberuf?

    Wie bereits erwähnt, lege ich großen Wert auf Selbstbestimmung. Ich möchte selbst entscheiden, wie ich arbeite und was ich anbiete. Der Patient steht im Vordergrund meiner Tätigkeit und zwar ganzheitlich und individuell, dafür braucht es Zeit, Ruhe und einen angenehmen Rahmen. Sehr wichtig ist mir auch, dass ich eine sehr gute Kompetenz an den Tag lege, mich stetig fortbilde und auch offen für Neues bin.

    Speziell auf dem Gebiet der TCM möchte ich betonen, dass die TCM die „Schulmedizin“ nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Daher bin ich froh um meine umfangreiche Ausbildung auf beiden Gebieten.

    Schrank mit vielen kleinen Schubladen, beschriftet mit chinesischen Schriftzeichen: TCM-Praxis, TCM-Ernährungsberatung, TCM-Ernährungstherapie.
    kian2018 (Pixabay)
  • Was genau ist eigentlich die „Mitte“?

    Was genau ist eigentlich die „Mitte“?

    Im Zusammenhang mit der TCM taucht immer wieder der Begriff „Mitte“ auf. Im Folgenden möchte ich diesen „großen“, nicht ganz einfach zu fassenden Begriff genauer umschreiben.

    In der TCM existieren im Körper sogenannte „Funktionskreise“, die mit Organnamen bezeichnet werden, aber diesen nicht gleichzusetzen sind. Es handelt sich vielmehr um komplexe Gefüge mit spezifischen Eigenschaften, die verschiedene physiologische Funktionen umfassen. Jedem der (allgemein geläufigen) fünf „Yin-Funktionskreise“ ist ein „Yang-Funktionskreis“ zugeordnet. Die berühmte „Mitte“ setzt sich aus den Funktionskreisen „Milz“ und „Magen“ zusammen, gemeinsam bilden sie eine funktionelle Einheit.

    Grafik des Funktionskreisgefüges in der TCM mit der "Mitte" im Zentrum. TCM Ernährungsberatung, TCM Ernährungstherapie.
    Die 5 Funktionskreise in der TCM („Mitte“ umfasst Fkk „Milz“ & „Magen“)
    Ruby J

    Welche Aufgaben erfüllt die „Mitte“?

    Genau wie der Name und auch die mittige Stellung im Funktionskreisgefüge vermuten lassen, steht die „Mitte“ im Zentrum unserer (Ernährungs-)Physiologie und leistet tagtäglich Höchstarbeit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die „Mittenschwäche“ eine sehr häufige Diagnose darstellt.

    Die Hauptaufgabe der „Mitte“ ist es, „das Klare vom Trüben zu trennen“. Zum einen bezieht sich dies natürlich auf die Nahrungsaufnahme. Unsere „Mitte“ sortiert die aufgenommene Nahrung, sie sorgt dafür, dass „das Klare“ (das Brauchbare) in Energie (Qi), klare Säfte und Xue („stoffliche Energie“, annäherungsweise Blut) umgewandelt und im Körper verteilt wird und gleichzeitig dafür, dass „das Trübe“ (Unbrauchbare, Schädliche) ausgeschieden wird. Allerdings geht diese Aufgabe weit über die Nahrungsaufnahme hinaus, denn die Klärungsfunktion der „Mitte“ gilt für alle äußeren Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind und auch für innere Prozesse wie beispielsweise Gedanken.

    Die Polarität der „Mitte“

    Wie bereits erwähnt, setzt sich die „Mitte“ aus den Funktionskreisen „Milz“ und „Magen“ zusammen, die in ihrer Polarität ein funktionelles Gespann bilden. Der Funktionskreis „Milz“ wärmt, trocknet und lässt aufsteigen, der Funktionskreis „Magen“ kühlt, befeuchtet und senkt ab.

    Die "Mitte" setzt sich aus den Funktionskreisen "Milz" & "Magen" mit ihren jeweiligen Aufgaben zusammen. TCM Ernährungsberatung, TCM Ernährungstherapie.
    Die Polarität der „Mitte“ mit den Funktionskreisen „Milz“ & „Magen“.
    Ruby J

    Betrachtet man die Aufgaben der „Mitte“ differenzierter, so ist der Funktionskreis „Milz“ für das Hervorbringen von Energie (Qi), klaren Säften und Xue aus der Nahrung zuständig sowie für deren Verteilung, er versorgt somit alle anderen Funktionskreise. Darüber hinaus sorgt der Funktionskreis „Milz“ für das Zusammenhalten von Xue und für die Gewebefestigkeit. Voraussetzung für ein gutes Funktionieren des Funktionskreises „Milz“ sind Wärme und ausreichend Energie (Qi). Aus diesem Grund kommt unserer Ernährung eine so immense Bedeutung zu, denn die Beschaffenheit und Wirkung unserer Nahrungsmittel entscheidet darüber, wie gut unsere „Mitte“ ihre Aufgaben erfüllen kann und wie gut unsere körperliche Verfassung ist (in der TCM: erworbene Konstitution).

    Der Funktionskreis „Magen“ dient als Zwischenspeicher für die zersetzte Nahrung und des aus der Nahrung aufgenommenen Energiepotentials (Qi). Darüber hinaus sorgt er für die Weiterleitung des „Trüben“ an den Darm.

    Wodurch wird unsere „Mitte“ geschwächt?

    Aufgrund ihrer zentralen Rolle für die Nahrungsaufnahme wird die “Mitte“ in erster Linie durch eine ungeeignete Ernährung geschwächt. Zum einen gilt dies für bestimmte Nahrungsmittel, zum anderen aber auch für unsere Ernährungsgewohnheiten. Der Funktionskreis „Milz“, der Wärme und Trockenheit liebt, wird durch zu „kalte“ und zu stark „befeuchtende“ Lebensmittel wie Rohkost, Milchprodukte, „kalte Küche“, sehr fett- und sehr zuckerhaltige Nahrungsmittel belastet. Der Funktionskreis „Magen“, der Kälte und Feuchtigkeit bevorzugt, kommt durch „heiße“ Lebensmittel oder Zubereitungsformen wie Gegrilltem, scharf Angebratenem, stark Verarbeitetem, zu scharfen Gewürze und Alkohol zu Schaden.

    Davon abgesehen stellen zu große Nahrungsmengen, bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika), Über- ebenso wie Unterforderung, emotionaler Stress und auch starkes Grübeln eine Belastung für die „Mitte“ dar.

    Gähnende Frau: Müdigkeit ist eines der Symptome für eine "Mittenschwäche". TCM Ernährungsberatung, TCM Ernährungstherapie.
    Piyapong Saydaung (Pixabay)

    Wie erkenne ich eine „Mittenschwäche“?

    Leichtere Formen einer „Mittenschwäche“ zeigen sich durch eine unzureichende Energieversorgung, d. h. durch Müdigkeit und Erschöpfung und durch eine mangelhafte Umsetzung der Nahrung mit Verdauungsstörungen wie Völle- oder Spannungsgefühlen und weichem Stuhlgang bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen, aber auch Gewichtszunahme. Besteht gleichzeitig eine „Yang-Schwäche“, äußert sich dies in einem allgemeinen Kältegefühl und dem Wunsch nach warmen Getränken. Später kommen Symptome einer unzureichenden Klärung von „Feuchtigkeit“ hinzu, die sich in Form von Gedunsenheit, Ödemen, Schweregefühl, Übelkeit und Benommenheit zeigen. Blaue Flecken, Blutungsneigung, Gewebeschwäche und Gewebevorfälle (Prolaps, Hämorrhoiden) weisen auf eine fortgeschrittene „Mittenschwäche“ hin. Langfristig kann dann die Versorgung der anderen Funktionskreise durch die „Mitte“ nicht mehr sichergestellt werden, was sich durch entsprechende spezifische Beschwerden wie beispielsweise Infektanfälligkeit (Funktionskreis „Lunge“) äußert.

    Liegt eine Störung des Funktionskreises „Magen“ vor, treten einerseits Symptome des mangelnden Transports wie Spannungsgefühle, Bauchschmerzen und Verstopfung oder auch Aufstoßen und Erbrechen auf. Andererseits ist der Funktionskreis „Magen“ anfällig für Schädigungen durch „Hitze“, die sich in einem allgemeinen Hitzegefühl, heftigen, brennenden Magenschmerzen, Durst mit dem Wunsch nach kalten Getränken, Heißhunger und Verstopfung zeigen. Auch Schwellungen und Schmerzen des Zahnfleisches sowie Mundgeschwüre können auftreten.

    Was kann ich selbst tun, um meine „Mitte“ zu unterstützen?

    Der erste und wichtigste Schritt ist an dieser Stelle schon geschafft, denn erst einmal muss ich überhaupt wissen, in welcher Wechselwirkung Körper und Ernährung zueinanderstehen, mir muss klar werden, dass ich über die Ernährung meine „Mitte“ positiv und negativ beeinflussen kann.

    Zu den Eigenschaften des Funktionskreises „Milz“ passen neutrale bis „warme“ Nahrungsmittel mit neutralem oder „süßem“ Geschmack (süß bedeutet in der TCM nicht zuckerhaltig, sondern beschreibt den grundsätzlichen Geschmack eines Nahrungsmittels). Dies erfüllen vor allem warme, gekochte und leichte Speisen. Belastend hingegen wirken kalte und stark „befeuchtende“ Lebensmittel wie Rohkost, kalte Mahlzeiten, Milchprodukte, fettige und übermäßig süße (hier: zuckerhaltige) Nahrungsmittel.

    Dem Funktionskreis „Magen“ hingegen entsprechen neutrale bis „kühle“ Lebensmittel mit neutralem oder leicht sauren Geschmack, die Säfte spenden und halten. Dies erfüllen Obst und frisches Gemüse ebenso wie Rohkost, Salat und Milchprodukte, wobei letztere nur bei einem kräftigen „Milz“-Funktionskreis beschwerdefrei vertragen werden und bei einer „Mittenschwäche“ eher vermieden werden sollten. Auch Extreme wie „kalte“ oder „heiße“ Nahrungsmittel wie sie sogar in Kombination bei Salat mit Steak auftauchen, sollten zugunsten einer gesunden „Mitte“ nicht im Ernährungsplan auftauchen, ebenso wie sehr scharfe und sehr salzige Speisen.

    Einordnung von Nahrungsmitteln in der TCM nach Temperaturverhalten und Geschmack auf einer Skala dargestellt. Geeignet für die "Mitte" sind kühle, neutrale und warme sowie saure, neutrale und süße Lebensmittel. TCM Ernährungsberatung, TCM Ernährungstherapie.
    Geeignete Nahrungsmittel für die „Mitte“ entsprechend Temperaturverhalten und Geschmack.
    modifiziert nach: Engelhardt U, Hempen CH. Chinesische Diätetik. Elsevier (2006). S. 423

    Fazit

    Unsere Ernährung hat einen immensen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit unserer „Mitte“. Viele Beschwerden lassen sich auf eine für unsere Konstitution und die Anforderungen unserer „Mitte“ ungeeignete Ernährungsweise zurückführen. Glücklicherweise haben wir andersherum über unsere Ernährung großartige Möglichkeiten auf unsere Gesundheit und unser Wohlergehen einzuwirken. Wir können Dysbalancen wieder ins Gleichgewicht bringen, Erkrankungen vermeiden und behandeln.

    Eine individuelle TCM-Ernährungsberatung bietet die Gelegenheit, die persönliche Konstitution zu erfassen und eine dazu passende Ernährung aufzustellen. Auch kann sie bei der Behandlung von Erkrankungen unterstützend hinzugezogen werden.

  • Patienteninterview

    Patienteninterview

    Laura ist 39 Jahre alt und seit 3 Monaten bei mir in Behandlung. In diesem Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der TCM.

    Dr. Ruby:
    Hallo Laura! Vor etwa 3 Monaten hast du bei mir einen Termin vereinbart. Welche Beschwerden haben dich zur TCM geführt?

    Laura:
    In den letzten Jahren haben sich einige Baustellen bei mir aufgetan und Beschwerden, die ich anfangs als eher leichte Befindlichkeitsstörungen eingeordnet und mehr oder weniger ignoriert habe, sind zu einer deutlichen Belastung für mich geworden. Ganz konkret wollte ich etwas gegen meine Schlafstörungen tun.

    Dr. Ruby:
    Hast du denn vorher schon etwas gegen deine Schlafstörungen unternommen?

    Laura:
    Ja, sicher. Erst habe ich Hörbücher und spezielle „Einschlafprogramme“ gehört und autogenes Training gemacht. Manchmal hat das geholfen, manchmal nicht. Dann habe ich ein Schlaftagebuch geführt und entsprechend meine Schlafumgebung und meine Abendroutine angepasst. Damit konnte ich aber auch keinen durchschlagenden Erfolg erzielen. Ich habe auch pflanzliche und leichte, nicht pflanzliche Schlafmittel ausprobiert, doch dabei hatte ich unangenehme Nebenwirkungen. Irgendwann haben sich zusätzlich zu den bekannten Einschlafstörungen auch Durchschlafstörungen entwickelt. Entweder hatte ich das Gefühl, ich sei in einer Ebene zwischen Wachsein und Schlaf gefangen oder ich wachte nachts auf und lag lange wach. Das hat mich so stark in meinem Alltag beeinträchtigt, dass ich noch einmal etwas anderes probieren wollte und auf die TCM gestoßen bin.

    Dr. Ruby:
    Schlaf ist eben ein absolutes Grundbedürfnis. Wenn es hier Probleme gibt, fällt es wirklich schwer, seinen Alltag zu meistern und es leidet vor allem unser Wohlbefinden.

    Nach unserem ausführlichen Erstgespräch und meiner chinesischen Diagnose für deine Schlafstörungen haben wir gemeinsam überlegt, wie der Behandlungsplan für dich aussehen kann. Wie ging es dann weiter mit der TCM-Therapie?

    Laura:
    Erst einmal war ich total überrascht von deinem Verdacht, dass meine „Baustellen“ alle zusammenhängen könnten. Denn ich dachte, Schlafstörungen, Migräne und Menstruationsstörungen seien etwas für die jeweiligen Spezialisten.

    Dr. Ruby:
    Kannst du noch einmal deine weiteren Beschwerden schildern?

    Laura:
    Migräne habe ich seit etwas mehr als 10 Jahren. Ich kann sie medikamentös ganz gut in den Griff bekommen, aber mittlerweile muss ich mich manchmal entscheiden, ob ich lieber einen leichten Migräneanfall ertrage oder die Nebenwirkungen der Medikamente in Kauf nehme, denn die hauen mich für ein paar Stunden richtig um.

    Ziemlich starke Bauchschmerzen zu Beginn der Regelblutung habe ich schon immer, nach meiner Schwangerschaft war meine Blutung in den ersten Jahren sehr gering, was natürlich schön für mich war. Seit einem guten halben Jahr ist sie aber ungewöhnlich stark geworden, was mich schon beeinträchtigt und ich möchte auch nicht immer Schmerzmittel nehmen müssen.

    Wie hing das jetzt alles noch einmal zusammen? Du kannst das sicher besser erklären.

    Dr. Ruby:
    Zuerst haben wir uns ja auf deine Schlafstörungen konzentriert. Da die TCM aber eine ganzheitliche Medizin ist, kamen wir im Rahmen der Anamnese auch auf deine weiteren Beschwerden zu sprechen. Die chinesische Diagnose, die ich für die Schlafstörungen gestellt habe, war identisch mit der Diagnose für deine Migräne und deine Menstruations-beschwerden. Ich vermute, dass du aufgrund der Tatsache, dass du eine Frau bist und jeden Monat Blut verlierst, dass du einen Kaiserschnitt mit größerem Blutverlust hattest und dein Kind sehr viel getrunken hat (in der TCM ist die Muttermilch auch eine Form von „Blut“, sie wird „weißes Blut“ genannt), einen deutlichen „Blut“-Mangel entwickelt hast. Dieser führt zu einem verminderten Blutfluss, was Stagnationen und Schmerzen zur Folge hat. Außerdem benötigen wir ausreichend „Blut“, um gut schlafen zu können. Im Laufe der Zeit hat sich auf Grundlage des „Blut“-Mangels „Hitze“ gebildet, die ursächlich für deine plötzlich starke Regelblutung war.

    Wie haben sich deine Beschwerden denn mit der TCM-Therapie verändert?

    Laura:
    Ich habe das Kräuterpulver (zerriebene chinesische Arzneikräuter in Granulatform, die mit heißem Wasser aufgegossen und getrunken werden) genommen und nach 3 Wochen, als ich meine Menstruation bekam, festgestellt, dass ich am ersten Tag keine Schmerztablette brauchte und die Blutmenge etwas geringer war. Meine Schlafstörungen sind deutlich besser geworden, ich fühle mich wieder fit genug, um den Alltag zu meistern. Die Migräne ist nach wie vor da, aber ich brauche eine geringere Dosierung meiner Medikamente und es wird nicht jedes Mal ein Anfall von 5 Tagen ausgelöst, sondern manchmal reicht eine Tablette aus, um die Attacke abzuwenden.

    Wir haben ja bereits besprochen, dass wir uns jetzt auf die Migräne konzentrieren und vermutlich die Diagnose und dementsprechend auch die Therapie anpassen müssen. Bisher bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung und gespannt, was sich noch tun wird.