
Fragen & Antworten

Anamnese
Wie läuft die Anamnese in der TCM ab?
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Patienten ganzheitlich betrachtet. Psyche und Körper sind untrennbar miteinander verbunden und beeinflussen sich ständig gegenseitig. Zudem steht der Mensch unter dem steten Einfluss seiner Umgebung (Klima, Wohn-, Lebenssituation, soziales Umfeld), was starke, tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Grundsätzlich wird in der TCM nach der Ursache der Erkrankung, die durch die Symptome sichtbar wird, gesucht, um die „Wurzel“ zu behandeln.
Aus diesen Gründen gestaltet sich die Anamnese in der TCM intensiv und umfassend. In der Regel kann man für eine Erstanamese etwa eine Stunde einkalkulieren.
Der anfängliche, allgemeinen Teil der Anamnese bietet den Patienten die Gelegenheit ihre aktuellen Beschwerden ausführlich zu schildern. Der zweite, spezielle Teil ist stärker strukturiert und stellt Fragen nach verschiedenen Gesundheitsaspekten wie Schlaf, Verdauung oder auch dem psychischen Befinden. Gerade in diesem Teil der Anamnese können wichtige Informationen zu den Beschwerden ergänzt werden, die den Patienten selbst gar nicht bewusst sind oder relevant erscheinen.
Die Informationen aus der Anamnese kann die TCM-Ärztin/ der TCM-Arzt nun anhand bestimmter Kriterien einordnen und daraus die chinesische Diagnose erstellen. Zur Überprüfung zieht sie/ er noch die Zungen- und Pulsdiagnostik hinzu.
Auf Grundlage der chinesischen Diagnose wird ein Behandlungsplan erstellt, der mithilfe der verschiedenen Therapieformen der TCM, meist Akupunktur und Arzneimitteltherapie, ggf. Ernährungstherapie, umgesetzt wird.

Akupunktur
Was ist Akupunktur?
Die Akupunktur gehört zu den fünf Behandlungsformen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die TCM-Ärztin/ der TCM-Arzt sticht sehr feine Nadeln an bestimmten Stellen des Körpers in die Haut und kann darüber den Energiefluss im Körper beeinflussen. Auf diese Weise können Blockaden gelöst, Schmerzen beseitigt und „krankmachende Faktoren“ aus dem Körper ausgeleitet werden.
Die Grundlage der Akupunktur stellen die energieführenden Leitbahnen dar, die den gesamten menschlichen Körper durchziehen. Im oberflächlichen Verlauf (knapp unter der Haut) der 12 Haupt-Leitbahnen befinden sich bestimmte Punkte, über die eine Beeinflussung der Leitbahnen möglich ist.
Grundsätzlich kann die Akupunktur bei jeder Erkrankung und sämtlichen Beschwerden Anwendung finden. Besonders gut eignet sie sich bei Infekten, Allergien und Beschwerden des Bewegungsapparates. Bei „tiefer gehenden“ Erkrankungen ist oftmals eine Therapie mit chinesischen Arzneikräutern notwendig, wobei die Akupunktur unterstützend hinzugezogen wird.
Abhängig von den Beschwerden erfolgen meist 6-10 Akupunktursitzungen. Diese finden in einem Abstand von wenigen Tagen bis zu einer Woche statt. Die Akupunktursitzung erfolgt in einer ruhigen, angenehmen Atmosphäre. Viele wichtige Akupunkturpunkte befinden sich an den Händen und Unterarmen sowie den Füßen und Unterschenkeln. Werden auch Punkte an Rücken oder Bauch genadelt, erhalten die Patienten eine wärmende Decke.
Je nach Vorliebe der Patienten kann die Akupunktur im Sitzen oder im Liegen durchgeführt werden. Die TCM-Ärztin/ der TCM-Arzt sticht insgesamt etwa 6-10 Nadeln in die Haut. Die Akupunkturnadeln sind sehr fein. Abhängig von der Körperregion kommen kurze Nadeln (Hände, Füße, Gesicht, Kopf) oder etwas längere Nadeln (Arme, Beine, Rücken, Bauch) zum Einsatz. Die Akupunkturnadeln verbleiben etwa 20 Minuten im Körper. In dieser Zeit können die Patienten entspannen.
Grundsätzlich ist die Akupunktur eine sehr nebenwirkungsarme Methode. Beim Einstich der Nadeln treten leichte Schmerzen auf, gelegentlich kommt es zu einer vorübergehenden Nervenreizung, beim Entfernen der Nadel kann es leicht bluten und kleinere Hämatome geben.
Bei Patienten, die Angst vor Nadeln haben, kann auch ein Akupunktur-Laser zum Einsatz kommen.
Wie läuft eine Akupunkturbehandlung ab?
Eine Akupunkturbehandlung umfasst meist 6-10 Sitzungen, die im Abstand von wenigen Tagen bis zu einer Woche stattfinden.
Die TCM-Ärztin/ der TCM-Arzt sticht etwa 6-10 feine Akupunkturnadeln an bestimmten Stellen des Körpers in die Haut ein. Diese Nadeln verbleiben 20 Minuten im Körper.
Welche Kosten kommen bei einer Akupunkturbehandlung auf mich zu?
Für eine ausführliche Erstanamnese werden entsprechend der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) 120,66 € berechnet, für Zungen- und Pulsdiagnostik 10,72 €, für eine Akupunktursitzung 46,92 €.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Akupunktur?
Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für Akupunktur. Da ich nicht über eine kassenärztliche Zulassung verfüge, werden die Kosten von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.
Ich habe Angst vor Nadeln.
Die Akupunktur kann auch mit einem speziellen Laser durchgeführt werden.

Ernährungsberatung & -therapie
Ist die Chinesische Diätetik eine spezielle Diät?
Nein, die chinesische Diätetik oder Ernährungslehre beschreibt eine Ernährungsweise, die unserer individuellen Konstitution entspricht, die unseren Körper optimal stützt und ihn nicht belastet.
Wie viel und was darf man essen?
Die TCM-Ernährung ist nicht dogmatisch, d. h. es gibt keine vorgegebenen Portionsgrößen und auch keine verbotenen Lebensmittel. Jedes Nahrungsmittel entfaltet bestimmte Wirkungen in unserem Körper, die sich positiv auswirken können oder aber Störungen entstehen oder bereits bestehende Störungen verstärken können.
Wie aufwändig ist TCM-Ernährung?
TCM-Ernährung ist sehr flexibel und kann problemlos und ohne großen Mehraufwand in den Alltag integriert werden. Wie bei jeder ausgewogenen Ernährungsweise stehen frische, selbst zubereitete Mahlzeiten im Vordergrund. Darüber hinaus werden aber keine schwer erhältlichen Zutaten oder besonderen Kochutensilien benötigt.
Wie lässt sich TCM-Ernährung mit meiner Familie vereinbaren?
Die TCM-Ernährung ist sehr wandlungsfähig und kann in Teilen an individuelle Vorlieben oder Abneigungen angepasst werden. Sie stellt aber auch unter Umständen eine medizinische Behandlungsform dar und sollte dementsprechend konsequent umgesetzt werden.
Wie läuft eine TCM-Ernährungsberatung ab?
Da der TCM-Ernährung dieselben Prinzipien zugrunde liegen wie auch der Akupunktur und der Arzneimitteltherapie, wird im ersten Schritt eine ausführliche und ganzheitliche Anamnese erhoben, aus der sich eine oder mehrere Chinesische Diagnosen ergeben.
Sehr hilfreich ist das Führen eines (ungeschönten!) Ernährungstagebuchs für eine Woche, das gemeinsam analysiert werden kann.
Auf Grundlage der Chinesischen Diagnosen erstellt die TCM-Ärztin/ der TCM-Arzt Ernährungsempfehlungen, die unter anderem gut und weniger gut geeignete Lebensmittel enthalten.
Da eine Ernährungsumstellung wie jede Veränderung im Leben eine große Herausforderung darstellt, erhalten die Patienten eine intensive Begleitung und Betreuung mit regelmäßigen Gesprächen zu Erfolg, Schwierigkeiten und Problemlösung der neuen Ernährungsweise.
Was ist der Unterschied zwischen Ernährungsberatung & Ernährungstherapie?
Das Vorgehen und die Empfehlungen unterscheiden sich nicht wesentlich zwischen Ernährungsberatung & Ernährungstherapie. Für mich zielt eine Beratung darauf ab, das persönliche Wohlbefinden zu steigern und sich gesund zu halten. Eine Therapie hingegen wird zur Behandlung konkreter Erkrankungen eingesetzt.
Brauche ich unbedingt eine persönliche Beratung?
Die TCM ist eine individuelle Medizin, daher kann sie wenig allgemeingültige Empfehlungen geben. Wir Menschen unterscheiden uns stark in unserer Konstitution voneinander, dementsprechend sind unsere Ansprüche an eine für uns optimale Ernährung verschieden. Nur eine individuelle Beratung auf Grundlage einer ausführlichen Anamnese kann diese Differenzierung leisten. Noch wichtiger wird die persönliche Beratung bei einer vorliegenden Erkrankung, denn hier muss eine spezifische Chinesische Diagnose gestellt werden, um gezielt mittels Ernährung behandeln zu können
