Gemeinsam zu Gesundheit & Wohlbefinden


Kategorie: Behandlungsmöglichkeiten

In der Kategorie „Behandlungsmöglichkeiten“ erscheinen aktuelle Beiträge zu Themen der TCM, z. B. Erkrankungen, die mit TCM-Behandlungsformen wie Akupunktur, Therapie mit chinesischen Heilkräutern oder chinesischer Ernährungsberatung therapiert werden können.

  • Wo kann die TCM-Ernährung helfen?

    Wo kann die TCM-Ernährung helfen?

    Die TCM-Ernährungslehre kann präventiv und kurativ zum Einsatz kommen. Menschen, die sich Gesundheit und Wohlbefinden wünschen und ihren Körper bestmöglich auf die Anforderungen des täglichen Lebens oder auch besondere Herausforderungen vorbereiten wollen, profitieren genauso von einer individuellen, maßgeschneiderten Ernährung wie Menschen, die sich in einer Lebensphase mit besonderen Bedürfnissen (z. B. zunehmendes Lebensalter, Wechseljahre) befinden oder Menschen, die ihren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen wollen, bevor sich manifeste Erkrankungen entwickeln.

    Auch wenn bereits Beschwerden oder Erkrankungen bestehen, bieten Ernährungsempfehlungen im Sinne der TCM eine wunderbare sanfte und nachhaltige Möglichkeit, um den Körper im Heilungsprozess zu unterstützen. Dies können Befindlichkeitsstörungen wie allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Erschöpfung und Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, eine reduzierte Leistungsfähigkeit und Energielosigkeit sowie eine ungewollte Gewichtszunahme sein.

    Ein Mann krümmt sich vor Bauchschmerzen: TCM Ernährungsberatung und Ernährungstherapie bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts.
    mohamed hassan (Pixabay)
    Eine Frau liegt unter einem symbolischen Berg von Steinen: TCM Ernährungsberatung und Ernährungstherapie bei Müdigkeit & Erschöpfung.
    young kim (Pixabay)
    Eine übergewichtige Frau ist dabei, süßes Gebäck zu essen, ein Arzt vermisst ihren Bauchumfang: TCM Ernährungsberatung und Ernährungstherapie bei Übergewicht, Gewichtszunahme & Heißhunger.
    mohamed hassan (Pixabay)

    Darüber hinaus bietet sich eine TCM-Ernährungstherapie bei Beschwerden und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (s. u.) und Essstörungen an.

    • Völle-, Schweregefühl, Gedunsenheit
    • Bauchkrämpfe, -schmerzen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • starke Blähungen
    • Verstopfung
    • Durchfälle
    • Aufstoßen
    • Sodbrennen
    • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten & Allergien
    • Zöliakie
    • Übergewicht, metabolisches Syndrom
    • Reizdarmsyndrom

    Bei psychosomatischen Beschwerden kann eine TCM-Ernährungsberatung helfen, um aus dem Teufelskreis zwischen der Belastung durch die Beschwerden, die sich organisch nicht festhalten lassen, und der psychischen Beeinträchtigung herauszukommen. Bei chronischen Erkrankungen wie Krebserkrankungen oder Autoimmunerkrankungen lässt sich die ausgezehrte „Mitte“ sehr gut stützen und wieder aufbauen.

    Warum kann die TCM-Ernährung so gut und umfangreich helfen?

    Im Zentrum unseres Körpers steht die „Mitte“ als Hauptverantwortliche für unsere Klärung und Versorgung (s. auch Beitrag „Was genau ist eigentlich die „Mitte“?). Eine individuell angepasste Ernährung gibt uns daher die Möglichkeit, unmittelbar und dauerhaft (mehrere Mahlzeiten jeden Tag) auf die „Mitte“ einzuwirken. Eine starke „Mitte“ ist widerstandsfähig und verkraftet die alltäglichen oder manchmal besonders anstrengenden Herausforderungen besser, sie kann zudem alle anderen Funktionskreise ausreichend versorgen. Sehr viele Beschwerden und Erkrankungen haben mit der „Mitte“ zu tun, sodass in diesen Fällen über die Ernährung direkt am Entstehungsort eingegriffen und gegengesteuert werden kann.

    Aber nicht nur die „Mitte“ kann über die passende Ernährung gestützt und reguliert werden, sondern auch jeder einzelne Funktionskreis mit seinen spezifischen Bedürfnissen und Störungen.

    Das Schöne an der Ernährungstherapie ist, dass kleine Veränderungen oft schon sehr viel Positives bewirken.

  • Endlich Frühling!

    Endlich Frühling!

    Herrlich! Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Natur blüht auf. HATSCHI. Oh, nein. Gerade jetzt, wo es schön wird und der Frühling uns nach draußen lockt, taucht der Heuschnupfen wieder auf und verdirbt den Genuss.

    Die Alternative zu geschwollenen, juckenden Augen und einer ständig laufenden Nase sind oftmals Medikamente, die nebenbei so müde machen, dass man die schönen Frühlingstage mehr oder weniger verschläft.

    In der Chinesischen Medizin gibt es die Möglichkeit, Heuschnupfen mittels Akupunktur, Kräutern und sogar der Ernährung zu lindern, ohne dass uns Nebenwirkungen das Leben und den Alltag schwer machen.

    Heuschnupfen aus Sicht der TCM

    Betrachten wir die Entstehung von Heuschnupfen aus der Perspektive der TCM, kommen zwei Komponenten zusammen. Der akute Auslöser ist ein krankmachender Faktor von außen, im Fall des Heuschnupfens „Wind“. Hinzukommen muss jedoch eine „Schwäche“ des Körpers, der uns anfällig macht für den äußeren Faktor. Dabei kommt eine Schwäche der Funktionskreise Lunge, Milz oder Niere (angeborene Disposition) in Frage.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Nachdem durch eine ausführliche Anamnese, Zungen- und Pulsuntersuchung eine chinesische Diagnose gestellt wurde, gibt diese den Behandlungsplan vor. Umgesetzt werden kann dieser mittels Akupunktur und chinesischen Heilkräutern, die in Tabletten- oder Granulatform eingenommen werden können. Über die Ernährung kann unterstützend eingewirkt werden.

    Die Akupunktur erfolgt bestenfalls täglich über einen Zeitraum von etwa einer Woche.

    Einige Wochen vor Beginn der Allergiesaison kann über Kräuterpräparate bereits die Körperabwehr gestützt und so die Allergie deutlich gemindert werden.

    Was kann ich selbst tun?

    Mit bestimmten Lebensmitteln kann der Körper unterstützt werden.

    Frühlingszwiebeln, Ingwer und Koriander unterstützen den Körper darin, krankmachende Faktoren loszuwerden. Walnüsse und Shiitake-Pilze stärken den Körper, v. a. den Funktionskreis Niere.

    Um den Körper und die Mitte bzw. die Verdauung darüber hinaus nicht zu belasten, sollten rohe, kalte, sehr fettige, sehr scharfe und reizende Lebensmittel gemieden werden.

  • Kopfschmerzen & Migräne

    Kopfschmerzen & Migräne

    Es gibt wohl fast niemanden auf dieser Welt, der noch nie unter Kopfschmerzen gelitten hat. Einige von uns können sich glücklich schätzen, dass ihnen nur der Kopf brummt, wenn sie erkältet sind oder einen verspannten Nacken haben. Andere quälen sich immer wieder mit unerträglichen Kopfschmerzen, die ein „normales, alltägliches“ Leben unmöglich machen.

    Zur Behandlung von Kopfschmerzen existieren unzählige Methoden, die von Entspannungs- und körperlichen Kräftigungsübungen, über Massagen, Physiotherapie und Osteopathie, über spezielle Diäten bis hin zu Medikamenten mit mehr oder weniger heftigen Nebenwirkungen reichen. Sicherlich kann man chronische Kopfschmerzen auf diese Weise lindern, aber eine dauerhafte Befreiung ohne permanente Medikamenteneinnahme ist kaum möglich. Gegen Kopfschmerzen ist eben kein Kraut gewachsen.

    Zeichnung von Chrysanthemenblüten, einem chinesischen Heilkraut zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne in der TCM
    Chrysanthemenblüten: Eines der chinesischen Arzneimittel bei Kopfschmerzen
    Hempen, C. TCM Phyto-App (2026)

    Oder vielleicht doch? In der TCM gibt es einige Heilpflanzen, die speziell auf den Kopf und Kopfschmerzen einwirken. Zunächst einmal gilt es allerdings eine chinesische Diagnose für die Kopfschmerzen aufzustellen.

    Akute Kopfschmerzen treten häufig im Zusammenhang mit Erkältungen oder muskulären Verspannungen auf und lassen sich sehr gut über Akupunktur behandeln. Am Kopf verlaufen mehrere Akupunktur-Leitbahnen. Dass hier unabhängig von der Diagnose eine wunderbare Einflussnahme möglich ist, verwundert nicht.

    Menschlicher Kopf in Seitenansicht mit Darstellung mehrerer Akupunktur-Leitbahnen: Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne in der TCM
    Akupunktur-Leitbahnen am Kopf
    https://akupunktur-info.ch/praxis/akupunkturpunkte-am-kopf.php

    Darüber hinaus wird in einem ausführlichen Anamnesegespräch und mit Unterstützung durch die Zungen- und Pulsdiagnostik die chinesische Diagnose herausgearbeitet. Insbesondere bei chronischen Kopfschmerzen ist es von großer Bedeutung, nicht nur die offensichtliche Manifestation, also den Kopfschmerz zu behandeln, sondern auch die zugrundeliegende Wurzel.

    Allgemein bekannt ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfschmerzen und Stress, muskulärer Verspannung oder Ernährung gibt. Wussten Sie aber, dass Kopfschmerzen bereits in der Kindheit durch eine angeborene Schwäche entstehen können? Dass sich diese Schwäche auch durch Infektanfälligkeit, Asthma, Kurzsichtigkeit, Bettnässen oder einen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme bzw. kindlichen Ernährungsstörungen zeigen kann? Und viele dieser Symptome zueinander gehören? Wussten Sie, dass Emotionen wie Zorn, Frust, Verstimmung, aber auch Sorge, Kummer, Angst, Grübeln, Schuldgefühle und Scham sehr häufig zu chronischen Kopfschmerzen führen? Wussten Sie, dass chronische Kopfschmerzen bei Kindern häufig auf eine geistige Überarbeitung zurückzuführen sind? Wie sieht es aus mit einer übermäßigen sexuellen Aktivität als Ursache für Kopfschmerzen? Jeder Samenerguss beim Mann führt zu einem Verlust körperlicher „Essenz“. Kann diese nicht in angemessener Zeit wieder aufgefüllt werden, kommt es zu Kopfschmerzen. Bei Frauen führen viele Geburten oder auch Fehlgeburten sowie eine übermäßig starke Menstruation zu einem Verlust körperlicher „Essenzen“ und stellen somit ebenfalls eine mögliche Ursache für chronische Kopfschmerzen dar.

    Der bereits erwähnte Zusammenhang zwischen Ernährung und Kopfschmerzen ist direkt und tiefgreifend und stellt sicherlich eine guten Ansatzpunkt dar, um selbst etwas gegen die Beschwerden zu unternehmen. Darüber hinaus kann die Ernährung auf Grundlage der erstellten chinesischen Diagnose individuell abgestimmt werden (chinesische Diätetik).

    Grundsätzlich können zu wenig Nahrung, zu viel Nahrung, eine unregelmäßige, unaufmerksame, zu schnelle oder zu späte Nahrungsaufnahme sowie die chemische Verarbeitung von Nahrungsmitteln zu Kopfschmerzen führen. Hinzu kommen zu „heiße“ (sehr scharfe Gewürze, Alkohol), zu „feuchte“ (fettige, milch-, zuckerhaltige), zu salzige (Fertiggerichte, Speck, Würstchen, Räucherfisch) oder zu saure Nahrungsmittel bzw. solche, die nicht zu unserer individuellen Konstitution passen. Auch zu viel Kaffee oder Kakao gehören zu den möglichen Ursachen für Kopfschmerzen.

    Chronische Kopfschmerzen, die immer wieder an derselben Stelle auftreten, weisen auf ein zurückliegendes Trauma hin, das auch schon länger zurückliegen kann und gar nicht als gravierende Verletzung empfunden worden sein muss.

    Die Traditionelle Chinesische Medizin umfasst fünf „Therapiesäulen“: Arzneimitteltherapie, Akupunktur, Ernährungstherapie, Massage (Tuina) und Bewegungstherapie (Qigong). In meiner mobilen Praxis biete ich meinen Patienten Arzneimitteltherapie, Akupunktur und Ernährungstherapie zur Behandlung von akuten und chronischen Kopfschmerzen an.

    Akute Kopfschmerzen lassen sich gut über Akupunktur behandeln, wenige Sitzungen reichen in der Regel aus. Zusätzlich gibt es gängige chinesische Rezepturen in Tablettenform, die gerade, wenn Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Infekten auftreten, über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden können.

    Bei der Behandlung chronischer Kopfschmerzen muss mit einer längeren Therapiedauer von mehreren Monaten gerechnet werden. Hier kommt eine Kombination aus Akupunktur und Arzneimitteltherapie zum Tragen, ggf. ergänzt durch Ernährungstherapie, insofern ein Zusammenhang mit den Beschwerden besteht oder eine positive Einflussnahme möglich ist.

    Die Unterstützung der TCM-Behandlung durch andere, allgemein empfohlene Anwendungen wie Yoga, Physiotherapie oder körperliches Training ist unbedingt empfehlenswert, gehören jedoch nicht zu meinem Schwerpunkt und werden deshalb hier nur am Rande erwähnt.